Wann haben wir aufgehört zu leben?

Es ist kurz nach Mitternacht. Die Stadt draußen läuft im gewohnten Takt. Schlagzeilen auf den Displays, ungelesene Mails im Postfach, Erwartungen im Kopf. Und plötzlich stehst du da, tanzt vor dem Spiegel und fragst dich: Wann haben wir eigentlich aufgehört zu leben?

Ein Strahlen. Ein Lächeln und die Welt grinst zurück. Tanzend durch die Straßen und die Delis der Stadt.

Warum leben wir nicht mehr.

Warum dominieren uns die negativen Schlagzeilen.

Warum lassen wir uns von Postfächern aus der Ruhe bringen.

Warum müssen wir diplomatisch Konflikte lösen.

Warum bewegen wir uns nicht aus unserem eigenen Kasten heraus.

Warum verurteilen wir andere.

Warum vergleichen wir uns mit anderen.

Warum fällt es uns so schwer eine eine „I don’t give a fuck“-Einstellung zu leben.“

Warum leben wir nicht in der Freiheit, die wir haben.

Warum sind nur 2% der Gründerinnen erfolgreich.

Warum sind wir nicht stolz auf was wir erreicht haben.

Warum reden wir über Midlife-Crisis anstatt uns wirklich neu zu erfinden.

Warum hängen wir alten Texten nach.

Warum können wir nicht abschließen.

Warum können wir nicht auf drei Hochzeiten gleichzeitig tanzen.

Warum schränken wir uns ein, weil es von uns erwartet wird.

Warum übernehmen wir Erwartungen anderer die nie an uns gestellt wurden.

Warum verurteilen wir einen lustigen Abend der zu lange ging.

Warum schauen wir andere kritisch an, wenn sie aus dem Raster fallen.

Warum verlernen wir uns selbst zu fühlen.

Warum leben wir nicht einfach?

Fragen, die hüpfen. Fragen, weil die Angst vor dem Urteil anderer oft lauter ist als der eigene Herzschlag. Fragen an die Gespenster der eigenen Vergangenheit. Fragen, ohne der Freiheit ins Auge zu blicken. 

Freiheit beginnt genau in dem Moment, in dem man aufhört um Erlaubnis zu bitten.

Ich schreibe. Zeilen einer neuen Geschichte. Lösche alte Texte, tanze in Präsenz und glänze im neuen Kleid. Die Postfächer bleiben unbeantwortet. Und lebe einfach.

Nicht irgendwann. Heute.

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